Lara Boye

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23. April 2020

Marktanalyse – Wie Sie das Potenzial am Markt entdecken und nutzen können!

Marktanalyse

Marktanalyse - Wie Sie das volle Potenzial Ihres (Online-)Marktes entdecken und nutzen können!

Marktanalyse

Eine Marktanalyse zeigt Ihnen das Potenzial Ihres Geschäfts am (Online-)Markt auf. Denn ein Unternehmen, das seinen Markt, seinen Wettbewerb und seine Zielgruppe nicht kennt, ist auf kurz oder lang zum Scheitern verurteilt.

Viele von uns haben bestimmt schon mal etwas Ähnliches beobachtet: auf dem Weg zum Lieblingsitaliener entdeckt man, dass drei Häuser weiter ein neues italienisches Restaurant eröffnet hat und dann 6 Monate später wieder schließt - Hier kann davon ausgegangen werden, dass das Business ohne vorherige Marktanalyse eröffnet wurde.

Sie möchten mit Ihrer Geschäftsidee erfolgreich sein? Dann Ärmel hochgekrempelt und ab an die Marktanalyse 🙂 

1) Marktanalyse Definition: Was ist eine Marktanalyse?

Mit Hilfe einer Marktanalyse wird untersucht, wie ihr Unternehmen beziehungsweise Ihre Geschäftsidee am Markt zu bewerten ist. Sie vermittelt ein gesamtheitliches Bild des zu untersuchenden Marktes.

Bei der Unternehmensgründung ist sie somit obligatorischer Teil des Businessplans. Was genau eine Marktanalyse beinhaltet, hängt dabei von Ausgangssituation und Ziel des Unternehmens ab.

Auch bereits etablierte Firmen profitieren von einer Marktanalyse! Unsere Wirtschaft entwickelt sich ständig weiter, daher sollten auch Sie darauf achten, nicht zu verschlafen ;-). Neue Potentiale, Trends und Veränderungen der Kundenbedürfnisse lassen sich nur durch stete Aufmerksamkeit und wiederholte Marktanalysen herausfinden.

2) Aufbau einer Marktanalyse: Das wird untersucht

Je nach Zielsetzung kann der Aufbau der Marktanalyse unterschiedlich sein.

Folgende Themen sollten jedoch in jeder Marktanalyse untersucht werden:

  • Wie vielversprechend sind Wirtschaftsprognosen der jeweiligen Branche?
  • Wer sind die Mitbewerber? Wer sind die Big Player der Branche?
  • Wie sieht der Markt aus? Gibt es Nischen?
  • Gibt es bereits ähnliche Produkte?
  • Gibt es Menschen, die sich für mein Produkt interessieren?
  • Wer sind diese Menschen?

Eine Marktanalyse bringt verschiedene Blickwinkel zusammen. Die Aspekte Produkt, Markt und Käufer werden dabei in Ihrem Zusammenhang untersucht.

  • Produkt: Welches Produkt biete ich an und was sind dessen USPs (Unique Selling Propositions)? Der Fokus liegt darauf Besonderheiten, Merkmale, Funktionen und Kosten aufzuführen und mit dem im Markt existierenden Produkten/ Marken zu vergleichen.

    Wichtig ist es klar herauszustellen, welchen Mehrwert das Produkt für den Kunden liefert. Zudem werden das Produktionsverfahren und der Umsatz des Unternehmens in Betracht genommen.

  • Zielgruppe: Welche Personen sind bereit mein Produkt zu kaufen? Untersucht wird, welche Probleme und Wünsche bei den Kunden bestehen, die durch Ihr Produkt gelöst werden.

    Zahlungsbereitschaft und demographische Informationen der Zielgruppe (wie das Alter) sind dabei wichtige Aspekte. 

  • Marktpotenzial, -wettbewerb & -trends: Welcher Markt bzw. welche Nische passt zu Ihrem Produkt und Unternehmen? Agieren Sie regional oder weltweit? Welche Besonderheiten gibt es dabei?

    Welche Potentiale bestehen am Markt? Wie ist die Marktgröße? Gibt es aktuelle Trends? Wie steht es um Segmentierung und Marktnischen?

    Gemeinsam mit den Informationen aus der Untersuchung der Zielgruppe und Produktmerkmale bildet dieses Wissen die Basis für den gesamten Verkauf.

  • Absatzkanäle: Wie gestalte ich meinen Verkauf? Welche Absatzkanäle sind werden aus Kundensicht gewünscht und sind aus Unternehmensperspektive möglichst kostengünstig umsetzbar? Was muss dabei beachtet werden? 

  • Erfolgsfaktoren: Dies stellt die Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse aus allen Recherchen dar. Welche potentielle Erfolgsfaktoren bestehen für mein Unternehmen am Markt?

Auch die Anfälligkeit gegenüber externen Einflüssen wird bei einer Marktanalyse berücksichtigt.

Gerade jetzt vor dem Hintergrund von Corona zeigt sich: Marktanalysen können helfen, das generelle Marktinteresse des eigenen Produktes frühzeitig abzuschätzen und bei Krisen rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen.

3) Marktanalyse Vorgehen: Checkliste für Ihre Marktanalyse

Das exakte Vorgehen bei der Marktanalyse hängt von Ihrem individuellen Ziel ab. Jedoch lässt sich folgende Checkliste als Grundlage für jede Marktanalyse nutzen. Hier finden Sie unsere TOP-TIPS, die Sie für Ihre Marktanalyse immer im Auge behalten sollten:

  • Ziel der Marktanalyse vorab festlegen: es ist sehr wichtig, das Ziel der Marktanalyse festzulegen. Was möchten Sie mit Ihrer Marktanalyse erreichen und welche Informationen benötigen Sie hierfür?

    Wenn Sie ein Unternehmen gründen möchten ist beispielsweise eine tiefere Analyse nötig, als wenn Sie ein bereits etabliertes Unternehmen und Vorkenntnisse zum Markt besitzen.

    Schreiben Sie sich alle W-Fragen auf. Wozu haben Sie noch keine konkreten Informationen? Welche Bereiche benötigen tiefere Recherchen? Unter der Berücksichtigung dieser Fragen kann letztendlich der Rechercheumfang festgelegt werden, sonst kann die Marktanalyse UNENDLICH werden.

  • Marktabgrenzung: Hier gilt es den Markt bestmöglich zu definieren und damit einzugrenzen! Der Fokus auf einen Markt und eine Kernzielgruppe ist entscheidend um einen Anfangspunkt für Ihren Erfolg zu haben!

    Selbst wenn potenziell jeder in Deutschland Toilettenpapier nutzt, gibt es doch Nischenmärkte für unterschiedliche Zielgruppen (2-lagig, 4-lagig, bedruckt, recycelt und so weiter). 😉

    Es ist nicht zielführend alle Märkte (von Anfang an) zu bedienen. Wählen sie gezielt ihren Fokusmarkt und konzentrieren Sie sich auch bei Ihrer Recherchearbeit für die Analyse lediglich auf diesen. Dies wird oft vernachlässigt und führt oft zum Scheitern bzw. unendlich wirkendem Rechercheaufwand im späteren Projektverlauf ;-).

  • Marktanalyse nicht unterschätzen: eine detaillierte Marktanalyse kostet Zeit, Ressourcen und Geld. Vernachlässigen Sie nicht den Umfang einer Marktanalyse und auch nicht die Zeit, die hierfür in Anspruch genommen wird.

    Bedenken Sie immer: die Marktanalyse ist das Fundament Ihres Hauses, niemand fängt mit dem Dachdecken an.

  • Systematik und Dokumentation: eine gute Systematik und Dokumentation sind genauso wichtig wie die Marktanalyse selbst.

    Gehen sie systematisch vor, legen Sie fest, welche Aspekte untersucht werden sollen und notieren Sie sich immer Quellen und das Wissen, an welches Sie gelangen.

    Um den Überblick zu behalten empfiehlt es sich für jeden Schritt eine Zusammenfassung mit den Kernerkenntnissen aufzuschreiben. Ihre Dokumentation ist das ERGEBNIS der Marktanalyse.

  • Ableitung und Anwendung der Ergebnisse: Innerhalb der Dokumentation ist die Ableitung der für das Unternehmen relevanten Ergebnisse von zentraler Bedeutung für die spätere Anwendung.

    Die Verfassung eines abschließenden Fazits bildet dann die Grundlage für Ihre spätere Strategie und Umsetzungsmaßnahmen. Eine grafische Darstellung auf einem großen DIN-A3 Blatt oder per Online-Whiteboard (z.B. die Microsoft Whiteboard App) ermöglicht es Ihnen, alle wichtigen Ergebnisse der Marktanalyse auf einen Blick zu erfassen.

4) Marktbeobachtung und Marktforschung: Tools für Ihre Marktanalyse

Um fundierte Ergebnisse bei der Marktbeobachtung zu erzielen, sind Zahlen aus verlässlichen Quellen unabdingbar. Nachfolgend lernen Sie die besten kostenlosen Marktanalyse Tools kennen.

4.1) Quellen für allgemeine Statistiken

Sie kennen sicherlich auch den Spruch: vertraue keiner Statistik, außer du hast sie selbst gefälscht 😉

Die Kosten und der Zeitaufwand für eigene statistische Erhebungen sind immens sind und nicht jeder Statistik kann blind getraut werden.

Um an Zahlen zu gelangen, welche unter Beachtung der Regeln der Marktforschung erhoben wurden, können wir Ihnen daher folgende verlässliche (und häufig kostenfreie) Quellen empfehlen:

4.2) Die besten Tools für gezielte Echtzeit-Insights und Trends

Google Analytics

Bild 1: Google Analytics Dashboard (Bildquelle: Marketingplattform Google)

  • Eignung: Daten der Besucher Ihrer Website analysieren.
  • Benutzung: Klicken Sie auf den Link und melden Sie kostenlos an. Unter Kontoeinrichtung geben Sie Ihren Unternehmensnamen an.

    Bei der Frage „Was soll gemessen werden?“ wählen Sie Web (Website-Analyse) aus.

    Unter dem Punkt Property geben Sie dann Ihren Websitenamen und Ihre URL an. Die Angabe des Landes und der Zeitzone sind zudem wichtig. Nachdem Sie nun auf erstellen geklickt und den Nutzungsbedingungen zugestimmt haben, sehen Sie Ihre Tracking ID.

    Diese müssen Sie im Code Ihrer Website hinterlegen. Danach speichert Google automatisch die Daten und Sie können wie auf Bild 1 sichtbar Informationen zu Ihren Websitebesuchern sehen. Hier finden Sie einen Hilfe-Beitrag zu Google Analytics.

SumAll

Bild 2: SumAll Dashboard (Bildquelle: thenextweb)

  • Eignung: Daten der Besucher Ihrer Social Media Accounts analysieren.
  • Benutzung: SumAll funktioniert genauso wie Google Analytics, jedoch für Ihre Social-Media-Kanäle wie beispielsweise Facebook und Twitter.

    Sie können sich kostenlos registrieren, hinterlegen Ihre Social-Media-Kanäle und können nachfolgend Daten einsehen und z.B. nach Zeiträumen filtern.

Google Trends

Bild 3: Google Trends Ergebnis Vergleich "Marktanalyse" und "Marktforschung"

  • Eignung: Prognosen für Zielgruppe- & Markt prüfen.
  • Benutzung: Google Trends zeigt Ihnen aktuelle Markttrends auf. Das Tool ist kostenlos und bedarf noch nicht mal einer Anmeldung bei Google.

    Rufen Sie einfach den Link auf und geben Sie in den Suchschlitz Ihr Keyword ein.

    Nachfolgend werden wird Ihnen automatisch die Anzahl an Google-Suchen zu diesem Suchbegriff der letzten 12 Monate angezeigt (siehe Bild 3).

    Hier können Sie mit „+ Vergleich hinzufügen“ weitere Suchbegriffe eingeben und so miteinander vergleichen. Auch Land und Zeitraum können gewählt werden.

Google Keyword-Planer

Bild 4: Google Keyword-Planer Ergebnisse Keyword-Ideen

  • Eignung: Suchanfragen und Interessen Ihrer Zielgruppe herausfinden.
  • Benutzung: Wonach sucht ihre Zielgruppe, wofür geben die Leute Geld aus? Mit Hilfe des Keyword-Planers von Google lassen sich Keywords recherchieren.

    Eine Registrierung bei Google Ads mit einem Google Konto ist dabei notwendig (der Keyword-Planer ist Teil von Google Ads).

    Wählen Sie im oberen Menü von Google Ads unter „Tools und Einstellungen“ den Keyword-Planer aus (vergleiche Bild 5).

    Die Bedienung braucht ein wenig Übung, dafür lassen sich jedoch sehr viele Ergebnisse herausfinden und langfristig speichern. Klicken Sie im Keyword-Planer auf die Schaltfläche „Neue Keywords entdecken“.

    Im sich öffnenden Fenster geben Sie dann Ihr Keyword ein und bestätigen mit „Ergebnisse anzeigen“. Ein beispielhaftes Ergebnis sehen Sie auf Bild 4. Hier finden Sie eine weiterführende Anleitung dazu.

Bild 5: Keyword-Planer Tool in Google Ads

Ubersuggest

Bild 6: Ubersuggest Keyword-Übersicht

  • Eignung: Suchanfragen und Interessen Ihrer Zielgruppe herausfinden
  • Benutzung: Ubersuggest stellt eine ebenfalls kostenlose und sehr einfach bedienbare Alternative zum Google Keyword-Planer dar.

    Hierbei ist lediglich ein Einloggen mit dem Google Konto nötig, es müssen jedoch keine weiteren Daten angegeben werden. Geben Sie unter „Keywordideen“ Ihren Begriff in die Suchleiste ein. Neben dem Suchvolumen werden Ihnen verwandte Begriffe zur Erweiterung Ihrer Keywordliste angezeigt (siehe Bild 6).

    Allerdings können Ihre Suchanfragen im Gegensatz zum Keyword-Planer nicht vollständig gespeichert (lediglich 20 Begriffe) und somit langfristig genutzt werden.

Answerthepublic

Bild 7: Answertherepublic Suche

  • Eignung: Social Listening und Brainstorming Tool um verwandte Keywords, Fragen und Themen zu einem Begriff herauszufinden.
  • Benutzung: Das kostenlose Tool lässt sich sehr einfach bedienen. Geben Sie einfach Ihren Suchbegriff in den Suchschlitz ein und wählen Sie Land und Sprache aus.

    Als Suchergebnis werden Ihnen unterschiedliche Fragen und Erweiterungen aus dem Social Web präsentiert.

5) Marktanalyse Beispiel: Marktpotential und Trends italienisches Restaurant

Als Beispiel für eine Marktanalyse kann das oben genannte italienische Restaurant genutzt werden.

Nach der Definition des Ziels, ein italienisches Restaurant in der Innenstadt einer Kleinstadt zu eröffnen, gilt es den Markt abzuwägen.

Besteht ein attraktiver Markt für diese Geschäftsidee? Attraktivität bedeutet in diesem Fall, dass Menschen aktiv nach italienischen Restaurants im Umkreis der Stadt suchen (Suchvolumen) und bereit sind, für diese Dienstleistung Geld auszugeben (Kaufkraft).

Weiterhin zählt der Wettbewerb dazu. Gibt es bereits andere italienische Restaurants? Was bieten diese an?

Eine Marktanalyse zeigt in diesem Fall beispielsweise, dass es bereits 3 weitere Italiener in der Innenstadt gibt und die Nachfrage damit gesättigt ist.

Empfehlenswert ist es also nach Nischen Ausschau zu halten: Wie steht es um das Kaufinteresse und die Konkurrenz bei einem Lokal für italienische Feinkost und Weine? Kann hier eventuell sogar ein größeres Einzugsgebiet bedient werden?

Nachfolgend finden Sie die ersten Schritte, wie Sie verlässliche Informationen über Ihren Zielmarkt und die Zielgruppe bei Unternehmensgründung recherchieren können.

Schritt 1: Google Suche nach Branchenstatistiken

Geben Sie das Thema Ihres Geschäfts (und Synonyme) mit dem ergänzten Suchbegriff „Statistiken“ in den Google-Suchschlitz ein. Sehen Sie sich die ersten Ergebnisse an. Viele Statistiken sind heutzutage kostenlos zugänglich.

Schritt 2: Suche auf Fachwebsites und Portalen

In den jeweiligen Suchen der oben genannten Websites  können Sie genau wie bei Google Ihre Suchbegriffe eingeben und kostenlose Marktzahlen finden.

Schritt 3: Google Trends Suche nach aktuellen Marktentwicklungen

Mit Hilfe von Google Trends lassen sich aktuelle Entwicklungen bei Suchanfragen auf Google zu unterschiedlichen Regionen und Themen herausfinden. Geben Sie auch hier wieder Ihre Themen und Suchbegriffe ein.

6) Langfristige Marktbeobachtung

Auch als etabliertes Unternehmen ist es immens wichtig stets zu wissen, was im eigenen Markt passiert und wie sich das Wettbewerbsumfeld und die Bedürfnisse der eigenen Zielgruppe entwickeln.

Um am Puls der Zeit zu bleiben sollten also wiederholt Marktanalysen beziehungsweise langfristige Marktbeobachtungen durchgeführt werden.

Hierfür bieten sich vor allem die oben erwähnten Tools Google Analytics, Google Trends sowie SumALL an. Diese Analysetools sollten entsprechend mit Ihrer Website bzw. Ihren Social-Media-Kanäle verknüpft werden.

Daneben sollten natürlich aktuelle Nachrichten zur Wirtschaftsentwicklung stets im Blick gehalten werden. 

7) Fazit: Die Marktanalyse ist ein MUSS!

Mit einer Marktanalyse wird die Geschäftsidee mittels Zahlen und Fakten geprüft. Dies ist nicht nur bei der Gründung wichtig, sondern hilft auch bereits etablierten Unternehmen um (neue) Marktpotenziale frühestmöglich zu erkennen und somit Fehlentscheidungen von vornherein zu vermeiden.

Machen Sie es besser als das italienische Restaurant in unserem Beispiel!

Jede Marktanalyse ist je nach Zielstellung individuell was Umfang und Untersuchungsgegenstände betrifft. Unsere Checkliste gibt Ihnen einen Überblick, welche Elemente auf jeden Fall bedacht werden sollten.

Mehr Informationen zu krisensicheren Geschäftsmodellen und Märkten finden Sie auch in diesem Blogartikel.

Wie ist es um Ihr Wissen über Ihr Marktumfeld bestellt? Erzählen Sie uns gerne von Ihren Erfahrungen im Kommentarbereich!

13. April 2020

Inbound Outbound Marketing

Inbound Outbound Marketing

Inbound Outbound Marketing - was funktioniert besser und was sind die wichtigsten Unterschiede?

Inbound Outbound Marketing

Haben Sie schon mal von den Begriffen Inbound und Outbound Marketing zu hören bekommen und sich gefragt, was eigentlich die Unterschiede sind?

Wir klären Sie heute auf!

1) Inbound Outbound Marketing: Definition

Grundsätzlich existieren im Marketing zwei Methoden: “push” (drücken) und “pull” (ziehen).

Outbound Marketing (push) zielt darauf ab, eine möglichst breite Masse an Kunden auf vielen Kanälen zu erreichen.

Maßnahmen für Outbound Marketing sind daher Plakatwerbung, Banner Werbung oder Spamemails.

Mit Push Marketing wird der Kunde darauf aufmerksam gemacht, welche Produkte/ Dienstleistungen er unbedingt benötigt. Hierbei hat der Kunde häufig vor dem Ansehen der Werbung kein Problem bzw. Wunsch, welches mit Hilfe des Produktes befriedigt werden könnte.

Die Unternehmen “drücken” Ihr Produkt also in den Markt, um darauf aufmerksam zu machen, dass es existiert. Die Nachfrage wird also erst nach Ausstrahlung der Werbung geschaffen.

Im Gegenteil hierzu werden mittels Inbound Marketing (pull) gezielt Kunden angesprochen, welche sich für das beworbene Produkt bereits vorher interessieren.

Grund hierfür ist, dass das Produkt eine Lösung für ein bereits bestehendes Problem oder einen Wunsch bietet.

Per Inbound Marketing werden Inhalte gezielt auf Kommunikationskanälen, welche von den Interessenten genutzt werden, verteilt (z.B. über Google oder YouTube).

Inbound (dt. ankommend) Marketing geht davon aus, dass der Kunde das Produkt als Lösung für sein Bedürfnis selbst aktiv sucht.

Maßnahmen sind hierbei u.a. Blogs, E-Books oder Webinare.

2) Die wichtigsten Unterschiede zwischen Inbound und Outbound Marketing

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Inbound- und Outbound Marketing sind die Kosten und die Wirkungsdauer.

Mittels Inbound Marketing können bis zu 62% der Marketingkosten gespart werden.

Outbound (dt. abgehend) Maßnahmen sind mit hohen Kosten verbunden und wirken nur temporär (da es nur für einen bestimmten Kampagnenzeitraum sichtbar ist).

Zudem werden mit Outbound Marketing nach dem Zufallsprinzip Menschen darauf aufmerksam gemacht, welche beispielsweise ein Plakat sehen.

Aber wer will sein Marketing schon dem Zufall überlassen?

Inbound Marketing wirkt langfristig, kostet weniger und spricht genau die Menschen an, welche sich für Ihr Produkt interessieren und somit eine hohe Kaufwahrscheinlichkeit aufweisen.

Starke Unterschiede lassen sich auch in den Bereichen der Kundenakquise, dem Medium und den Inhalten feststellen.

Outbound Marketing beruht auf Kaltakquise mittels Banner, Massenemails, Messen und TV-Spots.

Ziel ist es, ein Medium mit einem großen Publikum zu finden (z.B. TV) und dieses mit massentauglicher Werbung zu bespielen. Da eine breite Masse angesprochen wird, sind bereits kleine Konversionsraten ein Erfolg aus Sicht des Vermarkters.

In einer Welt, in welcher sich alles immer mehr um Individualisierung und Persönlichkeitsentwicklung dreht, ist dies also anscheinend nicht der perfekte Weg ans Ziel.

Die gegenteilige Strategie wird im Inbound Marketing genutzt: die Aufmerksamkeit des Kunden wird durch nützliche Inhalte und Informationen, beispielsweise durch Blogartikel, Social Media Postings und durch Videos (YouTube/ Webinar), geweckt.

Unternehmen beweisen hiermit dem Kunden, dass Sie einen Expertenstatus besitzen und ihm zur Seite stehen, wenn er relevante Informationen benötigt.

Erkennen Sie sich hier wieder? ? Auch wir freuen uns über ein kostenloses E-Book. 

3) Hilfreicher Content statt schnöder Werbeanzeigen

Während sich Outbound Marketing Inhalte auf eine bestimmte Werbeaktion beschränken und als reine Werbung klassifiziert werden müssen, wird im Inbound Marketing auf Content als indirekte Werbung gesetzt.

Im Inbound Marketing werden gezielt Inhalte erstellt, welche auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden ausgerichtet sind. Somit ist die Erstellung wertvoller Inhalte das A und O.

Herbei werden direkt zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: der produzierte Content ist nicht nur Werbung, sondern mehrwertbringende Information für den Kunden und erhöht die Auffindbarkeit der eigenen Internetseite auf Google (SEO-Relevanz).

Währenddessen benutzt Outbound Marketing aggressive Werbestrategien, um die Aufmerksamkeit des Kunden zu wecken.

Der Kunde und seine Bedürfnisse stehen nicht im Vordergrund. Das Produkt muss kein Kundenproblem lösen, vielmehr soll reines Verlangen danach geweckt werden.

Auch heute ist Outbound Marketing für viele Unternehmen mit Erfolgsraten verbunden und somit sinnvoll. Beispielsweise wenn eine generelle Aufmerksamkeit für das eigene Unternehmen geschaffen werden soll und das Produkt gleichzeitig für eine breite Masse attraktiv ist.

Dies ist unter anderem der Fall bei täglichen Ge- und Verbrauchsgütern wie dem bekannten Schokoriegel. 

Im Folgenden haben finden Sie eine Zusammenfassung der Unterschiede:

Outbound Marketing

Inbound Marketing

Einseitige Kommunikation

Dialog: Kommunikation in beide Richtungen (Blog-Kommentare, Live-Chat)

Massenwerbung (z.B. Banner, TV)

Content Marketing als Mehrwert für den Kunden

Kunde wird ungewollt bespielt

Kunde wird unter-halten und informiert

Kurzfristig (für bestimmte Aktionen/ Kampagnen einsetzbar)

Langfristig (einmaliger Aufwand, unlimitierte Bekanntheitssteigerung)

4) Marketing Trends 2020 – Content is King

Statistiken belegen, dass reine Massenwerbung nicht mehr gut funktioniert.

Wir schauen kein Fernsehen mehr, sondern Netflix und nutzen Spotify, statt Radio zu hören.

78% der Nutzer suchen heute online nach Produkten, statt offline Medien zu nutzen. Dies ist ein klares Indiz dafür, dass sich das Kaufverhalten der Nutzer zum Großteil in das Internet verlagert hat.

Gleichzeitig haben sich 91% der E-Mail Nutzer von Newslettern abgemeldet, da wir in Zeiten der Informations-überflutung leben. 84% der Menschen zwischen 25 und 34 Jahren rufen ihre ehemalige Lieblingswebsite aufgrund intrusiver Werbung nicht mehr auf.

All diese Trends sind Gründe, welche für den Einsatz von Inbound-Marketing-Strategien sprechen.

Ist eine E-Mail an das Interesse der Zielgruppe angepasst, schafft man als Unternehmen einen Mehrwert für Kunden und wahrhaft Leads, statt lediglich wie ein Marktschreier Aufmerksamkeit zu erregen. 

5) Praxis-Beispiele

Großwerbung bei Die Deutsche Bahn AG

Die im deutschen Sprachraum allseits bekannte Deutsche Bahn bietet einen Großteil des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs in Deutschland an.

Das Unternehmen setzt hauptsächlich auf Outbound Marketing Strategien. Werbung erfolgt vornehmlich im Fernsehen und auf Plakaten (an Bahnhöfen und Bushaltestellen) und ist auf eine breite Masse ausgerichtet.

(Potentielle) Kunden berichten, dass sie sich häufig nicht angesprochen fühlen oder die Werbung gar nicht sehen, weil sie beispielsweise kein Fernsehen mehr gucken. Hier wird viel Geld für ineffiziente Werbung ausgegeben. 

Deutsche Bahn Outbound Marketing

Content Marketing mit Christian Bischoff

Christian Bischoff hat sich dank seiner Inbound Marketing Strategie vom Basketball-Bundesligaspieler zum Personal Coach entwickelt.

Seine Texte und Videos treffen genau die Interessen seiner Zielgruppe.

Ebenfalls veröffentlicht er jede Woche eine kostenlose Podcast-Folge und beweist somit schon seit mehreren Jahren seine Expertise und Leidenschaft für sein Themengebiet.

Christian Bischoff Inbound Marketing

Als kleines Unternehmen, welches sich auf dem Online-Markt etablieren möchte, ist es von immenser Wichtigkeit, seine Expertise öffentlich zugänglich zu machen. Dies schafft Vertrauen bei den Kunden.

Wichtig: Veröffentlichen Sie regelmäßig Inhalte, um ständig im Aufmerksamkeitsfeld der Kunden zu sein. Eine wöchentlicher Blogbeitrag oder Podcast wird somit für den Leser/ Hörer zur Gewohnheit.

Sollten Sie noch mehr Beispiele oder Inspirationen für Ihre Inbound-Strategie suchen, schauen Sie doch gerne bei hubspot vorbei. Hier wird eine Vielzahl nützlicher Beispiele verschiedenster Branchen vorgestellt.

6) So können Sie Inbound Marketing in der Praxis umsetzen

Damit Sie ein besseres Bild bekommen wie Inbound Marketing in der Praxis eingesetzt wird, haben wir für Sie ein Beispiel vorbereitet:

E-Mail-Marketing wird in beiden Marketing Strategien verwendet, allerdings mit verschiedenen Ansätzen.

Inbound Marketing nutzt Contentmails gezielt und stimmt diese auf den Leser ab. Somit wird ihm ein Mehrwert durch für ihn interessante kostenlose Inhalte, z.B. eine Checkliste für den Aufbau eines Facebook-Kanals, geboten.

Im Outbound Marketing werden Massenmails mit Werbeangeboten verschickt, die aggressiv werben statt dem Nutzer einen direkten Mehrwert (durch kostenlosen hilfreichen Inhalt) zu bieten. 

7) Fazit

Unser Kaufverhalten hat sich in den letzten Jahren verstärkt in das Netz verlagert, gleichzeitig erfolgte eine Sensibilisierung für Massenwerbung.

Internetnutzer werden mit Informationen überhäuft und sind daher schnell von Werbung ohne Mehrwert genervt.

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Um im Internet sichtbar für Kunden zu sein, sind Inbound Marketing Maßnahmen daher für jedes Unternehmen unerlässlich, da es nicht mehr um reine Werbung, sondern Kommunikation handelt.

Aber aufgepasst: Um Inbound Marketing richtig zu betreiben benötigt man eine gute Kenntnis seiner Zielgruppe und eine darauf angepasste kanalübergreifende Content Strategie.

Eine Anleitung wie Sie schnell herausfinden, welcher Content für Ihre Zielgruppe passend ist, finden Sie in diesem Blogartikel.

Für die meisten Unternehmen gilt: Eine Kombination von Outbound und Inbound Marketing mit Schwerpunkt auf Inbound ist am effektivsten. Outbound Marketing ist, je nach Zielgruppe und Produkt, immer noch nicht komplett out!

Welche Erfahrungen haben Sie mit Inbound und Outbound Marketing? Funktionier eine einzige oder ein Mix aus beiden Strategien am besten für Ihre Zielgruppe? Wir freuen und auf Ihren Kommentar!